Erfahrungsbericht 2016

Phillis Award 2016 – Erfahrungsbericht von Rebecca Reimann

Meine Phillis Award Reise begann am Mittwoch, den 06.06.2016 um 13 Uhr am Flughafen Köln/Bonn. Von dort aus ging mein Flug direkt nach Boston. Es war meine erste lange Reise ohne Eltern. Dementsprechend aufgeregt bin ich in Köln gestartet. Das Team vom Phillis Award hatte allerdings alles so gut organisiert, so dass sich meine Aufregung bald legte. Um 16 Uhr Ortszeit kam ich in Boston an. Dort hat mich Josh McCarthy, Trainer von Boston Ironside, abgeholt und nach Amherst gefahren. Josh hilft seit mehreren Jahren dabei, für die Gewinner des Phillis Award eine Gastfamilie für die Tage vor dem eigentlichen Camp und die Tage danach zu finden. Er brachte mich direkt zu einem Sportplatz, wo an dem Abend ein Teil meiner Gastfamilie die Summer League spielte. Dort traf ich meine Gastgeber für die nächsten Tage.

Meine Gastfamilie

Meine Gastfamilie, die Coppingers, besteht aus Lise, der Mutter, dem Vater Tim, den beiden Töchtern Isabelle (21) und Josephine (18) und dem Sohn Tai (15). Josephine spielt seit der 5. Klasse Ultimate und startete dieses Jahr bei der WJUC in Polen für das U20 USA Nationalteam.

13585071_1045234368894765_4622289398910590145_oBei den Coppingers verbrachte ich also die nächsten drei Tage vor dem Camp. Da die Eltern vormittags arbeiten mussten, ist Josephine mit mir am Donnerstagmorgen zum College nach Amherst gefahren. Auf dem Collegegelände findet auch das National Ultimate Training Camp (NUTC) statt. So konnte ich schon einen ersten Eindruck von dem Camp bekommen und wir sahen uns die letzten Spiele der Teilnehmer der ersten Campwoche an. Auch einige Counselors (Betreuer und Trainer) lernte ich bei der Gelegenheit dort gleich kennen. Nachmittags konnte ich dann Zeit mit der gesamten Gastfamilie amilie verbringen und wir unterhielten uns viel über Ultimate. Die nächsten beiden Tage machten wir Ausflüge und sie zeigten mir die nähere Umgebung.

Wir machten z.B. eine Wanderung auf einen Berg. Von dort aus hatte man eine perfekte Übersicht über Amherst. Die Stadt Amherst ist umgeben von vielen Wäldern. Es gibt im Grunde nur zwei Straßen mit kleinen Geschäften und vielen Restaurants. Das College liegt ziemlich in der Nähe der Stadt. Dort studieren viele junge Menschen aus der ganzen Welt.

Einzug beim NUTC

becky-torben-nutcAm Samstagvormittag brachte mich meine Gastmutter zum NUTC. Dort wurde ich von allen Counselors herzlich begrüßt. Torben, der Gewinner des Phillis Award2015, war dieses Jahr als Counselor dort. Außerdem waren auch einige bekannte Spieler aus Köln und Aachen dort. Zunächst bekam ich den Schlüssel für mein Zimmer, eine Frisbeescheibe, ein weißes Trikot und eine Sporttasche.

Direkt danach trafen sich alle vor der Tür, um zu den Spielfeldern zu gehen und dort ein paar Runden Pick-Up zu spielen. Dabei ging es vor allem darum, sich gegenseitig kennen zu lernen. Wir waren ca. 70 Spieler und es war nicht ganz so einfach sich so viele Namen auf einmal zu merken.

Später gingen wir gemeinsam zum Abendessen in die College Kantine. Jeden Abend gab es eine Auswahl an internationalen Gerichten. Während des Abendessens lernte man sich besser kennen, sodass die ersten Freundschaften entstanden.

Anschließend stellten sich alle Counselors persönlich vor und Tiina Booth, die Leiterin des Camps, erklärte die Camp-Regeln. Wichtig war es, dass wir immer eine volle Wasserflasche bei uns hatten, damit keiner von uns dehydrierte. In Massachusetts ist es im Sommer deutlich heißer und trockener als bei uns in Deutschland. Im Anschluss wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und machten einige Spiele zum kennenlernen. Abends gab es dann das erste „Floormeeting“.

Die Mädchen und Jungen der verschiedenen  Altersklassen werden beim NUTC auf unterschiedliche Flure im Wohnheim aufgeteilt. Unser Flur bestand aus zwölf Mädchen und zwei Counselors. Bei diesen Treffen, welche jeden Abend stattfanden, besprachen wir den vergangenen Tag und die Counselors gaben uns wichtige Informationen für den nächsten Trainingstag. Um 22 Uhr war immer Nachtruhe.

Das Training beginnt

Rebecca voll konzentriert beim NUTC Scrimmage gegen die Trainer

Rebecca voll konzentriert beim NUTC Scrimmage gegen die Trainer

Am Sonntagmorgen ging es hauptsächlich um die Basics (Werfen, Cutten, Marken). Dazu wurden wir in kleine Teams aufgeteilt, um gegen die anderen Teams kleine Wurfchallenges zu machen. Jedes Team hatte zwei Counselors. Sie achteten auf unsere Würfe/Ausfallschritte und versuchten, uns Tipps zugeben, um unsere Technik zu verbessern. Vor dem Mittagessen gab es die erste Fitnessübung. Dabei mussten wir den Hügel neben den Spielfeldern mehrmals rauf und runter laufen. Danach waren wir alle froh, dass es Mittagessen gab. Dazu gingen wir wieder gemeinsam in die Kantine. Am Nachmittag ging es um die Sidelinebefreiung. Daraufhin spielten wir in kleinen Teams gegeneinander und sollten dort das gelernte umsetzten.

Am Sonntagabend fand die Team-Night statt. Dort wurden wir in sechs Teams eingeteilt, mit dem wir die restlichen Tage des Camps trainieren und spielen würden. Jedes Team bekam zwei Counselors. Die Counselors meines Teams waren Claire Revere (frühere U20 und U23 Nationalspielerin für die USA und Spielerin auf der Allstar Ultimate Tour) und Miles Montgomery-Butler (seit Jahren Trianer beim NUTC und ehemaliger Spieler von Boston Ironside). Nach dieser Einteilung gab es eine kleine Vorstellungsrunde innerhalb der Teams.

In den Teams gab es ein “Buddy-System“. Also wurde jedem Spieler ein Buddy zugeteilt, mit dem man über seine Ziele der Woche sprechen sollte. Außerdem sollte man sich auf dem Spielfeld gegenseitig motivieren.

Danach kamen alle Teams wieder zusammen, um einige Wettkämpfe um die Trikotfarbe zu spielen. Da unser Team dabei gewann, konnten wir uns zuerst eine der Trikotfarben aussuchen, mit denen wir die restlichen Camptage spielen wollten. Wir suchten uns die grauen Shirts aus.

Von nun an trainierte man in seinem Team, um sich für das NUTC Turnier vorzubereiten.

Vorbereitung auf das NUTC Turnier

becky2Die nächsten Tage hatten meistens denselben straffen Zeitablauf. Um 7 Uhr gab es Frühstück. Um 8 Uhr sollten wir immer fertig ausgerüstet mit Stollenschuhen, voller Wasserflasche und Frisbeescheibe am Platz sein. Die erste Trainingseinheit ging meistens bis 11:30 Uhr.

Am Anfang der ersten Trainingseinheit wurden erst immer verschiedene Regeln erklärt. Diese galt es nach dem Aufwärmen in verschiedenen Übungen zu vertiefen. Vor dem Mittagessen gab es immer eine Fitness- oder Kraftübung.

Um 13:00 Uhr begann dann schon die zweite Trainingseinheit. In dieser Trainingseinheit ging es um verschiedene Taktiken wie z.B. die Sidelinebefreiung. Anschließend haben wir in kleinen Teams gegeneinander gespielt. Nach dem Training hatte man die Möglichkeit in ein Schwimmbad auf dem Collegegelände zu gehen.

Am Ende des Tages gab es immer unterschiedliche Abendprogramme wie z.B. das Spiel Camper vs. Counselors. Da wir sieben Leute aus Deutschland waren, stellten wir bei diesem Spiel eine Deutschlandline.

Neben dem Training wurden auch eine Reihe von Aktivitäten anderen angeboten: So gab es eine Trading-Night, bei der man Trikots untereinander verkaufen oder tauschen konnte. Am Mittwochabend fand eine Talentshow statt. Dort zeigten einige Camper ausgewöhnliche Talente oder einstudierte Tänze. Zwischendurch fand noch der Distance Contest statt. Dort wurden Mädchen und Jungen in verschiedene Altersklassen aufgeteilt und es wurde der Spieler mit dem längsten Wurf ermittelt.

Finale beim NUTC

becky-nutcZum Ende des Camps wurde das NUTC Turnier ausgetragen. Mein Team schlug sich ziemlich gut, sodass wir das Halbfinale am Donnerstagmorgen erreichten. Dies konnten wir gewinnen. Nun stand für uns das Finale gegen Gelb an. Dort wollten wir noch mal alles zeigen und gewinnen. Doch leider reichte es nicht. Wir mussten uns knapp geschlagen geben, doch waren wir mit dem 2. Platz auch sehr zufrieden.

Anschließend ging es zur Abschlusszeremonie. Dort wurden die Teams und einzelne Spieler für verschiedene Erfolge geehrt. Da ich den Distance Contest bei den Mädchen in meiner Altersklasse gewinnen konnte, bekam ich eine der goldenen NUTC Scheiben. Außerdem bekam jeder Spieler eine Urkunde und eine Leistungseinschätzung von seinen Team Counselors. So kann jeder Spieler sehen, wie er seine Leistungen noch verbessern kann. Leider war damit die Zeit im Camp schon vorbei.

Den Donnerstagnachmittag verbrachte ich noch im College zusammen mit den Counselors. Abends wurde ich nach Boston gefahren. Dort verbrachte ich noch einen Tag bei Josh McCarthy und seiner Familie. Sie wohnen in Boston in der Nähe der Harvard University. Am Freitag erkundete ich dort  die Gegend. Mit der Bahn fuhr ich bis zur Harvard University. Dort gab es einige Läden zum Bummeln und Shoppen. Am Nachmittag ging es dann per Taxi zum Flughafen Boston Logan Airport. Um 17:30 Uhr startete die Maschine nach Köln/Bonn.

Rückblick auf die Reise

Insgesamt war es eine sehr tolle Reise mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir diese Reise ermöglichten. Vor allem an das Phillis-Award Team, die Johannes, Meg, Torben und mir so etwas ermöglicht haben und hoffentlich weiterhin vielen Jugendlichen aus Deutschland die Möglichkeit geben, eine derartige Erfahrung zu machen.

Vielen Dank auch an meine Gastfamilie und Josh McCarthy, die mich super bei sich aufgenommen haben und mir einiges von Amherst und Boston gezeigt haben. Ein Dankeschön geht auch an alle Betreuer/Counselors des NUTC und an Tiina Booth die für Jugendliche so ein tolles Ultimat-Camp  organisieren und durchführen.

Zum Schluss möchte ich alle Jugendlichen Ultimate Spieler/innen im Alter von 14-18 aufrufen, sich für den Phillis Award zu bewerben. Es gibt einem ambitionierten Frisbeespieler unvergessliche Erlebnisse und Erfahrungen.